Für das Recht auf Bewegungsfreiheit ins Gefängnis?
Trailer Residenzpflicht from denisebergt on Vimeo.
Der Aktivist der Flüchtlingsorganisation The Voice Refugee Forum Deutschland Cornelius Yufanyi aus
Victoria-Limbe in Kamerun, Familienvater und Student der Forstwissenschaften an der Universität Göttingen, soll
am Donnerstag den 27.10.05 zur Ausführung des gegen ihn ausgestellten Haftbefehls beim Amtsgericht vorstellig werden.
Yufanyi lebt seit 1998 in Deutschland und kämpft seit Jahren gegen die sog. Residenzpflicht. Bereits drei Mal sollte
Yufanyi sich vor Gericht verantworten, seit er wegen Verstoß gegen die Residenzpflicht im Jahre 2000 auf der
Anklagebank sitzt. Die Angebote des Gerichts zur Einstellung des Verfahrens wegen geringer Schuld wurden von Yufanyi
abgelehnt. Yufanyi soll nun eine Geldstrafe von 15 Tagessätzen a 10 Euro bezahlen. Ich werde für mein Recht auf
Bewegungsfreiheit nicht bezahlen und bin bereit dafür auch ins Gefängnis zu gehen, sagt Cornelius Yufanyi, der
weiterhin für einen Freispruch sowie die Abschaffung der menschenrechtswidrigen und diskriminierenden
Residenzpflicht für Asylsuchende kämpft.
Das ist eine menschenunwürdige Praxis, der wir uns nicht beugen werden, so Yufanyi. Und er hat viele
Mitstreiter. Yufanyi und andere Aktivisten haben den deutschen Staat inzwischen vor dem Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte in Straßburg wegen rassistischer Gesetzgebung angeklagt. Denn Deutschland ist das einzige europäische
Land, das Flüchtlingen faktisch verbietet, sich frei zu bewegen. Die Gesetzgebung erinnert stark an die
Apartheid-Gesetzgebung im damaligen Südafrika, so Yufanyi.
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